Der Foreign Account Tax Compliance Act (FATCA) verpflichtet ausländische Finanzdienstleister zur umfassenden Informations-Weitergabe steuerpflichtiger US-Personen an die amerikanische Steuerbehörde. Die Einführung von FATCA stellt die Kreditinstitute vor große Herausforderungen.
Der Foreign Account Compliance Act, kurz FATCA, wurde am 18. März 2010 als Teil des Hiring Incentives to Restore Employment Act (sog. HIRE Act) vom US-Senat verabschiedet. Damit reagierte der amerikanische Gesetzgeber auf die wirtschaftlichen Folgen der Finanzkrise. Mithilfe dieser neuen Regelungen soll verhindert werden, dass US-steuerpflichtige Personen mittels im Ausland befindlicher Finanzinstitutionen ihre Steuern verkürzen. So verschärfen sich nun die Mitwirkungs-, Dokumentations- und Meldeverpflichtungen. Die Foreign Financial Institutions (FFIs) werden nun vertraglich verpflichtet, die Konten ihrer Geschäftspartner hinsichtlich einer potenziellen Steuerpflicht in den USA zu überprüfen und diese detaillierten Informationen jährlich an die amerikanische Steuerbehörde IRS zu übermitteln.
Kooperationsunwillige müsse mit Strafsteuer rechnen
Die Verweigerung der Teilnahme an den FATCA-Maßnahmen führt zu einer Belegung aller Zahlungen aus US-Quellen, die in dem ausländischen Finanzinstitut eingehen, mit einer sog. „Straf-Quellensteuer“ von 30%. Dazu zählen US-Zinsen, US-Dividenden sowie Bruttoerlöse aus der Veräußerung von US-Wertpapieren. Alle Kunden des FFIs sowie deren Eigengeschäfte sind dabei von dem Abzug betroffen. Aus diesem Grund ist es für die ausländischen Kreditinstitute nahezu unumgänglich, einen Vertrag mit der IRS abzuschließen, da sonst ihre eigenen US-Geschäfte von den Abzügen gefährdet sind.
FATCA bedeutet große Herausforderung für Finanzdienstleister
Die Einführung von FATCA stellt die Kreditinstitute vor enorme Herausforderungen sowohl im Steuerbereich als auch in der Kommunikation, dem Compliance und der IT-Systeme. Die Foreign Financial Institutions müssen bis zum 1. Juli 2013 eine entsprechende EDV-basierte Umstellung vornehmen. Diese ist nicht nur zeitaufwendig, sondern auch sehr kostspielig. Doch es gibt noch ein weiteres Problem: die Banken sind bisher die einzigen Institute, die konkrete Informationen bezüglich der FATCA-Umstellungen erhalten haben. Andere Finanzdienstleister, wie beispielsweise Versicherungen, können erst Ende 2011/Anfang 2012 mit dem entsprechenden Material rechnen. Somit bleibt diesen FFIs nicht viel Zeit, ihre Systeme auf die FATCA-Regelungen umzustellen.